Jahresbericht 2017 vorgestellt

5G: Bundesnetzagentur sichert Spektrum für lokale Anwendungen

Die Bundesnetzagentur hat sich nun offiziell dazu bekannt, für 5G den Spektrumsbereich 3.700 bis 3.800 MHz für regionale oder lokale Zuteilungen bereitzustellen. Das ergibt sich aus der Ankündigung zur Versteigerung von Spektrum für den Einsatz von 5G und dem vor kurzem veröffentlichen Jahresbericht für 2017. Während die Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz (3.400 MHz – 3.700 MHz) wohl Anfang 2019 versteigert werden, soll der Bereich 3.700 – 3.800 MHz später in einem noch zu definierenden Verfahren vergeben werden.

„Damit kann es kleinen oder mittleren Unternehmen sowie Start­ups ermöglicht werden, auch zu einem späteren Zeitpunkt Frequenzen für innovative Geschäftsmodelle zu erhalten“, schreibt die Bundesnetzagentur: „So wird es möglich, dass Industrieunternehmen eigene Funknetze aufbauen, um die Digitalisierung von Fabriken oder Produktionsprozesse voranzutreiben.“

Chancen der Digitalisierung

Im Zuge der Digitalisierung müssen dazu noch neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Industrieverbände haben bereits einen Bedarf an Frequenzen für eigene lokale oder regionale Funknetze angekündigt. Dafür haben sie eine Allianz unter dem Namen „5G Alliance for Connected Industries and Automation“ gegründet. Diesen Bedarf haben auch drahtlose digitale Produktionsmittel. Veranstalter, Theater oder Festivals werden zukünftig digitale Funknetze auf Dauer oder für einzelne Veranstaltungen aufbauen können. Diese bieten neue Möglichkeiten für eine noch bessere Einbindung der Besucher in das Geschehen auf der Bühne. „SOS – Save Our Spectrum“ begrüßt die Bereitstellung des Spektrumsbereichs von 3.700 bis 3.800 MHz für regionale oder lokale Zuteilungen. Allerdings ist fraglich, ob 100 MHz dafür ausreichen. Die Initiative hätte sich einen größeren Bereich dafür gewünscht.

Erfolg für PMSE-xG

Erfreulich ist, dass im Jahresbericht der Bundesnetzagentur das nationale Forschungsprojekt PMSE-xG („Programme Making and Special Events – Next Generation“) positiv erwähnt wird (Seite 151). An diesem für drahtlose Produktionsmittel wie Funkmikrofone so wichtigen Projekt hatte sich die Bundesnetzagentur als Mitglied in der Beratungskommission beteiligt. Neben der Förderung durch das BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) war ein Konsortium aus namhaften Unternehmen der relevanten Branchen für das PMSE-xG Forschungsprojekt federführend verantwortlich: die Firmen Sennheiser, Arri, Robert Bosch, Intel, Smart Mobile Labs sowie das Fraunhofer Heinrich Hertz Institut, die Universität Nürnberg-Erlangen und die Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit Nokia, Qualcom, Telefonica, APWPT und IRT. Projektleiter war Dr. Andreas Wilzeck (Sennheiser).

Mobilfunkunternehmen im Zugzwang

Auch zum Ausbau der Mobilfunknetze äußert sich der Jahresbericht der Bundesnetzagentur. Der Mobilfunk kommt seinen Ausbauverpflichtungen nur schleppend nach. Die Deutsche Telekom AG erreichte Ende 2017 eine auf Einwohner bezogene LTE ­Netzabdeckung von 94 Prozent, Vodafone von 91 Prozent und Telefónica Germany von 82 Prozent. Bei allen Anbietern war das nur eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen sind zudem auf Einwohner bezogen. In den einwohnerstarken Städten ist der Mobilfunk gut erreichbar. In vielen ländlichen Regionen müssen die Menschen weiterhin auf die Nutzung von Mobilfunk verzichten.

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