Champions-League-Finale am 6. Juni 2015

Berlin – zum ersten und zum letzten Mal?

Titelfoto CL-Start

Innenansicht des Berliner Olympiastadions. Beim Finale Champions League am 6. Juni wird die Arena mit über 74.000 Zuschauern ausverkauft sein. Foto: Chris Jones. Logo: ©UEFA

Nach dem DFB-Pokalfinale am vergangenen Wochenende steuert Berlin auf das nächste Fußballfest zu: Am Samstag, den 6 Juni wird das Finalspiel der Champions League dort ausgetragen. Damit ist das Berliner Olympiastadion zum ersten Mal Schauplatz des Finales der europäischen Königsklasse. Und vielleicht auch zum letzten Mal: Künftig wird dort, aber auch in anderen deutschen Städten das verfügbare Funkspektrum nicht mehr ausreichen, um internationale Sportevents zu realisieren. Dann werden nur noch wenige ausgewählte Fernseh- und Radioteams vor Ort live berichten können, der Rest findet schlicht keine freien Kanäle für Funkmikrofone und Kameras und muss somit abgewiesen werden. Ob der europäische Fußball-Verband UEFA das Finale der Champions League unter diesen Umständen erneut nach Deutschland vergibt, bleibt offen. Denn die internationale Rundfunkberichterstattung wäre nicht mehr wie bisher sichergestellt. In anderen europäischen Staaten gibt es dieses Problem nicht, da diese in der Frequenzpolitik umsichtiger handeln. Experten der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) werden beim Finale vor Ort sein und den großen Bedarf an Spektrum dokumentieren. Die Messergebnisse werden wir auf unserer Internetseite veröffentlichen.

Berlin: Happy End nach Bewerbungsmarathon

Logo CL Berlin

Offizielles Logo des Champions-League-Finales 2015 in Berlin. ©UEFA

Berlin hatte sich bereits seit 2005 um die Austragung des prestigeträchtigen Fußball-Duells beworben – nach dem Umbau des Stadions im Vorfeld der Fußball-WM 2006 genügt die Arena höchsten Ansprüchen. Erst nach knapp zehn Jahren kam der Erfolg: Auf der Sitzung des Executive Committee der UEFA am 23. Mai 2013 in London wurde das Berliner Olympiastadion als Austragungsort für das Champions-League-Finale 2015 festgelegt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) konnte sich mit seiner Bewerbung gegen mehrere von der UEFA nicht namentlich genannte Konkurrenten durchsetzen. DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock kommentierte dies damals so: „Zur Entscheidung der UEFA hat sicher auch beigetragen, wie sich das DFB-Pokalfinale in Berlin in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Wir werden jetzt gemeinsam mit der UEFA, der Stadt Berlin und Hertha BSC in die Planung einsteigen und alles für ein perfekt organisiertes, stimmungsvolles Finale tun“.

Aufwand DFB-Pokal mal drei

Schon der DFB-Pokal ist ein Mammut-Event, über das weltweit in Funk und Fernsehen berichtet wird – beim Finale der Champions League aber ist das Interesse der internationalen Presse noch einmal ungleich größer. Während beim DFB-Pokalfinale 2014 insgesamt 250 Funkstrecken von den Produktionsteams belegt waren, liegen für die höchste europäische Fußballtrophäe aktuell bereits über 900 Anfragen nach Frequenznutzung vor. Das bedeutet für die Frequenzkoordination den Aufwand „DFB-Pokal mal drei“ – mindestens. Schon heute ist es für die Verantwortlichen nicht einfach, diese Nachfrage zu befriedigen und alle Teams unterzubringen. Ein Insider wörtlich: „Den Leuten vor Ort raucht der Kopf.“ Dabei stehen momentan unter anderem noch die Frequenzen 694 – 790 MHz („Digitale Dividende 2“) zur Verfügung. Nach ihrer derzeit laufenden Versteigerung an den Mobilfunk werden sie nicht mehr für Rundfunkproduktionen genutzt werden können.

Bundespolitiker und Bundesnetzagentur haben bislang keine Alternativen benannt oder aufgezeigt, wo die drahtlosen Mikrofone der Presse, aber auch bei Kultur- und Bühnenevents künftig störungsfrei funken sollen. Dies sollten sie nun schleunigst nachholen, bevor die ersten Einschränkungen eintreten und die Rundfunkfreiheit, aber auch der Kultur- und Kreativwirtschaftsstandort Deutschland insgesamt irreparablen Schaden erleiden.

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Externe Links:

Hauptstadtportal Berlin.de: Ankündigung Champions-League-Finale 2015, mit Zitat des DFB-Generalsekretärs Helmut Sandrock

Der Tagesspiegel Online: Bewerbung Berlins um das Champions-League-Finale 2015

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