Parlamentarisches Frühstück im Deutschen Bundestag

Gemeinsam für die Kulturfrequenzen

Breite Unterstützung für den Erhalt des UHF-Spektrums: Eindrucksvoll konnte die Kultur- und Kreativwirtschaft im Deutschen Bundestag darlegen, wie wichtig die Kulturfrequenzen für Deutschlands zweitgrößten Wirtschaftszweig sind. Den Rahmen bildete ein Parlamentarisches Frühstück, zu dem die Abgeordneten Dr. Christian Jung (FDP, Baden-Württemberg) und Thomas Hacker (FDP, Bayern) eingeladen haben. Beide unterstützen die Nutzer von Funkanwendungen seit langem und setzen sich in einem Antrag der FDP-Bundestagsfraktion für die Kulturfrequenzen ein. Dabei streben sie eine überfraktionelle Initiative an, an der auch andere Parteien teilnehmen sollen. Sowohl von den Grünen als auch von der SPD, dessen Abgeordneter Gustav Herzog die FDP-Initiative genau verfolgt, wie er sagte, scheint Unterstützung zu kommen. Auch die anderen Fraktionen sind eingeladen, mitzumachen.

Enormer Frequenzverlust für die Kultur
Während des Parlamentarischen Frühstücks wurde deutlich, dass die Funkmikrofone in den vergangenen neun Jahren rund die Hälfte ihres wertvollen Spektrums verloren haben. Sie mussten in andere Frequenzbereiche umziehen: Stichworte sind die Digitalen Dividenden 1 und 2. Unabhängig von den damit verbundenen Problemen bei der Produktion mussten die Nutzer von Funkmikrofonen in neue Geräte investieren. Dazu wurden auch Zahlen genannt. So kostete die Umrüstung allein eines Staatstheaters in Hessen 350.000 Euro. Viele Theater mussten sogar zweimal umziehen. Sie hatten also doppelte Kosten. Gibt es Ersatz für die verlorenen Frequenzen? Die Bundesnetzagentur hat inzwischen neue Frequenzbereiche freigegeben. Sie kompensieren aber nicht den Verlust der wertvollen Kulturfrequenzen. Die Produktion in den anderen Frequenzbereichen ist zudem schwieriger. Es sind wieder neue Geräte erforderlich, die finanziert werden müssen.

Digitale Dividende 3 droht
Bei der anstehenden Weltfunkkonferenz, die im Oktober 2019 beginnt, droht neues Unheil. Einige Staaten fordern, dass jetzt weitere Kulturfrequenzen im UHF-Frequenzband dem Mobilfunk zur Verfügung gestellt werden. Wenn es eine Digitale Dividende 3 gibt, kollabiert die Kultur- und Kreativwirtschaft. Tenor der Experten und der Betroffenen: „Wer an einer funktionierenden Kultur- und Kreativwirtschaft interessiert ist, muss die Vergabe weiterer Kulturfrequenzen an den Mobilfunk verhindern.“

Zu den Rednern des Parlamentarischen Frühstücks gehörten unter anderem:
Prof. Dr. Georg Fischer (FAU Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Technische Elektronik), Marc Grandmontagne (Deutscher Bühnenverein), Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat), Wesko Rohde (Deutsche Theatertechnische Gesellschaft), Nick Kriegeskotte (Bitkom), Wolfgang Schöpe (VPLT), Alfred Rogacki junior (VPLT), Sebastian Krämer (VPLT), Claudia Teichler (NDR), Heribert Knecht (Verband Deutscher Freilichtbühnen), Helmut G. Bauer (SOS – Save Our Spectrum), Dr. Andreas Wilzeck (Sennheiser), Dr. María Dolores Pérez Guirao (Sennheiser), Wolfgang Bilz (Shure). Außerdem waren Vertreterinnen und Vertreter der Bundesnetzagentur und von Mobilfunkunternehmen anwesend. Hinzu kamen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Fraktionen.

(Das Beitragsbild zeigt Expertinnen und Experten beim Parlamentarischen Frühstück der FDP-Fraktion.)

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