Technik und Einsatzbereiche

Traum-WM 2014 – Deutschland wird Weltmeister. Aber weniger als die deutsche Mannschaft überzeugt anfangs die Fernsehübertagung: Der Sender produziert mehrere Tonstörungen in Folge. Zuerst ist Sängerin Jennifer Lopez bei der Eröffnungsfeier kaum zu hören, später klingt Kommentator Bela Rethy wie Zimmermann anno 1954. Millionen deutsche Fans sind genervt, ihr geballter Frust entlädt sich auf Twitter.

Nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie wichtig uns der Ton bei Live-Events ist. Wir halten ihn für selbstverständlich. Aber Tag für Tag arbeiten die Profis hinter den Kulissen hart, damit wir ihn zu hören bekommen – in der gewünschten Qualität. Denn die Ansprüche des Publikums steigen: Man denke nur an Dolby 5.1 und HD-Sound.

Die Grundlage jeder Tonübertragung sind Mikrofone – in der heutigen Zeit Funkmikrofone ohne Kabel. Egal ob in der Hand gehalten, als Headset, an der Kleidung angeheftet oder womöglich darunter versteckt: Ohne sie geht praktisch nichts. Denn die meisten Events und Shows, die wir kennen, funktionieren nur, wenn sich die Moderatoren, Kandidaten, Musiker, Schauspieler oder Musical-Darsteller frei bewegen können. Gleiches gilt für Live-Schaltungen und -reportagen, so wie wir sie täglich sehen. Egal von welchem Ereignis die Korrespondenten berichten, beispielsweise Landtags- und Bundestagswahlen: Vieles kann nur dank drahtloser Technik gezeigt und hörbar gemacht werden. Die Reporter-Teams sind damit schnell und flexibel.

Genauso wichtig wie Funkmikrofone ist der berühmte „Knopf im Ohr“, in der Fachsprache In-Ear-Monitoring-System (IEM) genannt. Musiker brauchen ihn, damit sie auf großen Bühnen im Takt ihr Instrument spielen oder singen können. Showmaster und Journalisten bekommen damit Regieanweisungen übermittelt, internationale Gäste hören damit die Worte des Übersetzers aus dem Backstage-Bereich.

Je größer das Event ist und je besser die Soundqualität im Publikum sein soll, desto mehr Funkstrecken sind nötig. Jedes Funkmikrofon und jeder Knopf im Ohr braucht eine eigene Sendefrequenz. Damit es keine Störungen gibt, müssen die Ton-Profis die Kanalbelegung detailliert im Voraus planen – mit viel Mühe und Zeit. Aber ihre Arbeit lohnt sich nur, wenn vor Ort grundsätzlich genug freies Frequenzspektrum zur Verfügung steht. Sonst ist die geplante Veranstaltung nicht durchführbar. Das wissen alle Eingeweihten, auch zum Beispiel das Internationale Olympische Komitee (IOC): Es verlangt mittlerweile von den Bewerberstaaten Frequenz-Garantien für die Olympischen Spiele.

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Hören Sie hier ein typisches LTE-Störgeräusch (Störung drahtloser Mikrofone durch Mobilfunk):