Monitoringbericht 2018 des BMWi zur Branche liegt vor

Kultur- und Kreativwirtschaft wächst weiter

Der bundesweite Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2018, der im Auftrag das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erstellt wurde, liegt nun vor.

Die wichtigste Aussage: 2017 hat die Kernerwerbstätigkeit (Summe der Selbständigen und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) in der Kultur- und Kreativwirtschaft zum wiederholten Male stärker zugelegt als in der Gesamtwirtschaft.

Während die Zahl der Kernerwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft um 2,1 Prozent gestiegen ist, beträgt das Wachstum in der Kultur- und Kreativwirtschaft 3,4 Prozent. Damit weist die Zahl der Kernerwerbstätigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft ein stärkeres Wachstum auf als in den letzten vier Jahren.

Um diesen Erfolgskurs auch in Zukunft fortzusetzen, ist die Branche in besonderem Maße auf Frequenzen für drahtlose Produktionsmittel wie Funkmikrofone angewiesen.

Wichtige Kennzahlen aus dem Bericht

Der Umsatz ist nach einem Rekordwert im Jahr 2016 aktuell leicht rückläufig, behauptet aber weitestgehend das hohe Niveau des Vorjahres. Trotz dieses aktuellen Abflauens der Wachstumsrate bei der Anzahl an Unternehmen hat seit dem Jahr 2009 der Unternehmensbestand in der Kultur- und Kreativwirtschaft kontinuierlich um insgesamt über 16.000 Unternehmen zugenommen.

Nach einem deutlichen Umsatzanstieg im Jahr 2016 auf rund 158,8 Milliarden Euro liegt der aktuelle Umsatz für das Jahr 2017 bei schätzungsweise 158,6 Milliarden Euro. Trotz dieses leichten Rückgangs befindet sich der von den Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft erwirtschaftete Umsatz auf einem durchaus hohen Niveau und ist etwa 18 Prozent höher als noch im Jahr 2009.

Die Bruttowertschöpfung in der Kultur- und Kreativwirtschaft erreichte 2017 schätzungsweise 102,4 Milliarden Euro. Das ist ein rund zweiprozentiger Anstieg im Vergleich zum Jahr 2016, in dem die Bruttowertschöpfung ebenfalls einen außergewöhnlich hohen Anstieg verzeichnen konnte. Seit dem Jahr 2009 und einem Wert von 74,2 Milliarden Euro ist die Bruttowertschöpfung in der Kultur- und Kreativwirtschaft kontinuierlich angestiegen. Das ist Platz 3 hinter Fahrzeugbau und knapp hinter dem Maschinenbau.

Mit aktuell rund 1,158 Millionen Kernerwerbstätigen erreicht die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland einen neuen Höchstwert. Gemessen an der Zahl von 2009 arbeiten heute rund 21 Prozent mehr Kernerwerbstätige in der Kultur- und Kreativwirtschaft als damals. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft ist im Jahr 2017 weiterhin kräftig auf 903.000 Beschäftigte gestiegen.

Damit wurden seit 2009 in der Kultur- und Kreativwirtschaft mehr als 188.000 neue sozialversicherungspflichtige Jobs geschaffen. Bemerkenswert ist zudem, dass sich der Anteil der geschaffenen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in der Kultur- und Kreativwirtschaft leicht besser entwickelt als in der Gesamtwirtschaft.

Wachstumstreiber Musikwirtschaft

Die Musikwirtschaft ist ein wichtiger Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie ist in besonderem Maße auf Funkfrequenzen für ihre Live-Veranstaltungen und die Nutzung von Funkmikrofonen angewiesen. Denn die Musikwirtschaft wächst aufgrund von Events. „Der Tonträgermarkt ist hinüber“, sagte etwa jüngst Wolfgang Niedecken von BAP.

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters (CDU) erklärte: „Musikhören, insbesondere Live-Musik, ist weiterhin ein großes Bedürfnis vieler Menschen.“

Der Gründer der Initiative „SOS – Save Our Spectrum“, Helmut G. Bauer, ergänzt: „Wegen der wachsenden Bedeutung von Veranstaltungen ist es umso wichtiger, dass ausreichend Frequenzen für die Durchführung von Events vorhanden sind. Daher braucht die Kulturwirtschaft, und insbesondere die Musikwirtschaft, auch einen eigenen Zugang zu Frequenzen, die für den neuen Standard 5G vorgesehen sind.“

Seit 2012 ist die Musikwirtschaft jährlich um 4,5 Prozent gewachsen. Die Bruttowertschöpfung stieg sogar um 5 Prozent pro Jahr (Zeitraum: 2012 – 2017).

Stärkste Wachstumstreiber in der Kultur- und Kreativwirtschaft sind: 1. Games/Software, 2. Pressemarkt, 3. Musikwirtschaft (von 12). In der Innovationsintensität und auch im Umsatz findet sich die Musikwirtschaft sogar auf Platz 2 (von 12). Übrigens: Die Innovationsintensität in anderen Branchen stagniert (Fahrzeugbau) oder geht zurück (IKT-Dienstleister, Unternehmensberatungen).

Zum Hintergrund

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, untersuchen im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) Stand und Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland. Daraus resultierend erscheint in jährlichen Abständen ein Monitoringbericht mit wirtschaftlichen Kennzahlen zur Kultur- und Kreativwirtschaft.

Als Grundlage für den Monitoringbericht dient die Definition der Kultur- und Kreativwirtschaft der Wirtschaftsministerkonferenz: „Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen.“

 

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