Kreativwirtschaft schließt zum Maschinenbau auf und ist wichtiger als Chemie und Energie

Monitoring zur Kultur- und Kreativwirtschaft 2017

Brigitte Zypries beim Wirtschaftsempfang der SPD- Bundestagsfraktion am 6.10.2014, Quellenangabe (CC BY- NC- ND 2.0) / Foto: Andreas Amann

Die deutsche Kultur- und Kreativwirtschaft wächst weiter: Der nun vorgestellte Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft 2017 für das Jahr 2016 zeigt, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse um 3,5 Prozent gestiegen ist. Darüber hinaus wird deutlich: Die Kultur- und Kreativwirtschaft wurde hinsichtlich der Bruttowertschöpfung (BWS) in der Vergangenheit unterschätzt. Und das, obwohl sie bereits seit einigen Jahren zu den Kernbereichen der Wirtschaft gehört. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) erarbeitet den Monitoringbericht im Auftrag der Bundesregierung. Er gilt als renommiertester und wichtigster zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland.

Gesamtwirtschaftliche Bedeutung steigt

Mit 98,8 Mrd. Euro in 2016 ist die Kultur- und Kreativwirtschaft fast gleichauf mit dem Maschinenbau, der eine BWS von 101,6 Mrd. Euro zu verzeichnen hatte. Damit lag sie über der Wertschöpfung der chemischen Industrie, der Energiewirtschaft und der Finanzdienstleister.

Auch der Umsatz der Branche ist erneut gewachsen: Mehr als eine Million Erwerbstätige, davon 864.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, erwirtschafteten einen Umsatz in Höhe von knapp 155 Mrd. Euro. Das sind 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Musikwirtschaft zieht weiter an

Ein Blick auf die Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigt: Die Musikwirtschaft ist in den letzten fünf Jahren am stärksten gewachsen. Der Umsatz stieg um 5,5 Prozent – und das pro Jahr 2011 und 2016 (Durchschnittswert)!

Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Hauptgeschäft der Musikwirtschaft heute nicht mehr im Verkauf von Tonträgern liegt, sondern in der Gestaltung von Live-Events. Konzerte, Shows und Aufführungen werden beliebter und nehmen ständig zu. Deshalb steigt auch der Einsatz von drahtlosen Mikrofonen immer stärker an.

Auch die geschäftsführende Bundeswirtschaftsministerin, Brigitte Zypries (SPD), erkennt die wachsende Bedeutung der Branche an: „Der Monitoringbericht bestätigt, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft in punkto Umsatz und Wertschöpfung mit anderen großen Wirtschaftszweigen mithalten kann, sie teilweise sogar übertrifft. Zudem ist die Kreativwirtschaft ein gesellschaftlicher Impulsgeber: Ihre Innovationen tragen oft zum Wachstum anderer Branchen bei. Besonders freut mich, dass die Kultur- und Kreativunternehmen auch im vergangenen Jahr wieder viele neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse geschaffen haben.“

Frequenzknappheit bedroht Erfolg der Branche

Der Bericht untersucht jedoch nicht die Rahmenbedingungen und die Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum der Kultur- und Kreativwirtschaft. Dazu gehört unter anderem auch die Erkenntnis, dass ihr Wert erst durch die Vermittlung an das Publikum geschaffen wird. Ein wichtiges Werkzeug hierbei sind drahtlose Produktionsmittel. Sie werden eingesetzt, um ein Publikum live zu erreichen und um Ereignisse aufzuzeichnen. Um dies auch in Zukunft sicherzustellen, müssen ausreichend geeignete Frequenzen zur Verfügung stehen. Dies wird jedoch spätestens nach der Räumung des 700 MHz-Bandes im Jahr 2019 nicht mehr der Fall sein. Darauf weist die Initiative SOS – Save Our Spectrum eindringlich hin.

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