Teil 1 unserer Reihe zur Weltfunkkonferenz 2019

Rundfunk-Weltverband für Erhalt des 600 MHz-Bandes

Die Weltfunkkonferenz 2019 (WRC-19), die vom 28. Oktober bis 22. November in Sharm el-Sheikh (Ägypten) stattfindet, ist von großer Bedeutung für die Anwender von drahtlosen Produktionsmitteln. Denn dort werden Entscheidungen zur künftigen Nutzung von Frequenzbändern vorbereitet und getroffen, die die PMSE-Branche (Programme Making and Special Events) in den kommenden Jahren nachhaltig prägen werden. Die Initiative „SOS – Save Our Spectrum“ startet deshalb mit diesem Beitrag eine neue Artikelserie, die bereits im Vorfeld wichtige Einblicke und interessante Hintergrundinformationen zur Konferenz bietet und aktuelle Entwicklungen schildert.

 

 

Eindringlicher Appell

Die World Broadcasting Unions (WBU) spricht Klartext vor der Weltfunkkonferenz 2019: „Das dem Rundfunk zugewiesene Frequenzband von 470 bis 698 MHz ist ein wesentliches Element für die anhaltende Stärke und Vielfalt terrestrischer Fernsehdienste und ihre langfristige globale Entwicklung.“

Das auch von drahtlosen Produktionsmitteln genutzte Frequenzband und dringend benötigte Spektrum soll demnach langfristig erhalten bleiben.

Keine „Digitale Dividende 3“

Mit ihrer Forderung wendet sich die WBU gegen Bestrebungen, auch das Frequenzband von 470 bis 698 MHz an den Mobilfunk zu vergeben (sogenannte „Digitale Dividende 3“). Denn aus dem TV-UHF-Spektrum wurden in den letzten Jahren schon zweimal große Stücke an den Mobilfunk versteigert. Zunächst gab es im Jahr 2010 die „Digitale Dividende 1“ im Bereich von 790 bis 862 MHz („800er-Band“). Damals wurde analoges TV auf DVBT umgestellt. Im Jahre 2015 kam dann die „Digitale Dividende 2“, die das Spektrum von 694 bis 790 MHz betraf. DVBT musste daraufhin auf DVBT-T2-HD umgestellt werden.

Beide Male mussten nicht nur TV-Zuschauer neue Geräte erwerben, sondern auch viele Anwender drahtloser Produktionsmittel neue Mikrofone, In-Ear-Systeme etc. kaufen. Eine „Dividende“ fuhren lediglich die Mobilfunkunternehmen ein. Für die Kultur- und Kreativwirtschaft, die allein in Deutschland rund 1,5 Millionen drahtlose Produktionsmittel nutzt, gab es nur Verluste.

Nun erklärt die WBU, „dass im Frequenzbereich 470-694 MHz in Region 1 keine weiteren regulatorischen Maßnahmen erforderlich sind.“ „Region 1“ umfasst Europa, Afrika, Israel, Arabien und den asiatischen Teil Russlands.

„Die WBU ist der Ansicht, dass eine weitere Neuzuweisung zu einer Verringerung der verfügbaren Dienste führen und möglicherweise das terrestrische TV-Angebot in einigen Ländern schwächer machen würde. Darüber hinaus führt die Verringerung des Frequenzspektrums für das Fernsehen zu einer Verringerung der zur Verfügung stehenden Dienste für Rundfunkdienste – insbesondere bei Funkmikrofonen und Talkback-Systemen, ohne die viele Fernsehprogramme, Film- und Theaterproduktionen unmöglich wären.“

Die Initiative „SOS – Save Our Spectrum“ begrüßt und unterstützt die Forderung der WBU.

Zum Hintergrund

Die WBU ist das weltweite Koordinierungsgremium für Rundfunkverbände. Sie wurde 1992 gegründet.

Die zur WBU gehörenden Rundfunkverbände sind die Asiatisch-Pazifische Rundfunkunion (ABU), die Arabische Rundfunkunion (ASBU), die Afrikanische Rundfunkunion (AUB), die Karibische Rundfunkunion (CBU), die Europäische Rundfunkunion (EBU), die International Association of Broadcasting (IAB / AIR) und die North American Broadcasters Association (NABA).

WBU-Erklärung zum Download

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