Ofcom nimmt erste Anträge an für Erstattungen

UK entschädigt PMSE-Nutzer im 700 MHz-Band

Auch im Vereinigten Königreich (Großbritannien) müssen PMSE-Nutzer das 700 MHz-Band räumen – und zwar früher als gedacht: Am 1. Mai 2020 ist endgültig Schluss – statt im September 2021, wie zunächst geplant. Schon ab kommendem Jahr wird der Mobilfunk der alleinige Nutzer des Bandes sein. Aus diesem Grund haben die britische Regierung und die Ofcom („Office of Communications“; das britische Pendant zur „Bundesnetzagentur“) vereinbart, Nutzer drahtloser Mikrofone für den Wegfall der Frequenzen zwischen 694 MHz und 790 MHz zu entschädigen.

Wichtigste Aussage: „Berechtigte“ Eigentümer von PMSE-Geräten erhalten mindestens 60 Prozent des Wertes der geschätzten Wiederbeschaffungskosten ihrer Ausrüstung. Hinzu kommen 10 Prozent des Wertes, die wegen des Verwaltungsaufwands erstattet werden (ursprünglich waren nur 5 Prozent geplant). Für jeden Gerätetypen hat die Ofcom den Erstattungsbetrag ermittelt.

  pmse-equipment-rate-card.pdf (1,3 MiB, 33 hits)

Das Verfahren ist deutlich einfacher als in Deutschland.

Es wird zum Beispiel nicht auf die Nutzungsdauer der Geräte abgestellt. Damit trägt die Ofcom der Tatsache Rechnung, dass Geräte viele Jahre genutzt werden können.

  PMSE-700-MHz-statement-and-consultation.pdf (624,8 KiB, 39 hits)

 

Die Erstattungen beginnen in diesen Tagen. Zuschüsse werden Eigentümern von PMSE-Geräten gewährt, die Lizenznehmer von Frequenzen sind. Verleiher von PMSE-Geräten brauchen keine eigene Lizenz nachzuweisen.

Die Ofcom wird direkt mit den Lizenznehmern Kontakt aufnehmen. Falls PMSE-Nutzer bisher keine Nachricht von der Ofcom erhalten haben, sollten sie ihren Anspruch online geltend machen.

Mit der konkreten Auszahlung der Mittel kann es dauern. „Alle Zuwendungen, die wir auf dieser Grundlage gewähren, benötigen abschließend noch der Zustimmung des Finanzministeriums“, schreibt die Ofcom. Grund ist vermutlich die erwartete Höhe der Erstattungsanträge. Allein die BBC hatte im Vorfeld von £1,700,000 (knapp 2 Millionen Euro) gesprochen.

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