SOS-Stellungnahme zum „Frequenzkompass“ der Bundesnetzagentur

Wohin der Kompass zeigt

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Kugelkompass. Foto: © DLConsulting / PIXELIO (www.pixelio.de)

Wieder einmal geht es in Deutschland um die Versteigerung und Zuteilung von Frequenzen, diesmal hauptsächlich in den Bändern 2 GHz (so genannte UMTS-Frequenzen) und 3,5 GHz. Diese sollen nach Auslaufen der aktuellen Lizenzen Anfang der 2020er Jahre zusammen mit weiteren, noch höher liegenden Frequenzbereichen „für den weiteren Ausbau digitaler Infrastrukturen“ verfügbar gemacht werden – für den neuen Mobilfunkstandard 5G, der sich momentan noch in der Entwicklung befindet. Berücksichtigt sind also erst einmal nur die Bedarfe des Mobilfunks.

Grund genug für „SOS – Save Our Spectrum“, die Überlegungen in einer offiziellen Stellungnahme zu kommentieren[1]. Zusammengefasst hat die Bundesnetzagentur sie in einem so genannten „Frequenzkompass“, zu dem sich alle interessierten Unternehmen noch bis zum 30. September 2016 in einer öffentlichen Konsultation äußern können.

Nicht nur Mobilfunk braucht Frequenzen

Zwar sind die Frequenzbänder bei 2 GHz und 3,5 GHz auch heute schon dem Mobilfunk zugeteilt, drahtlose Produktionsmittel sind nur im WLAN-Bereich bei 2,4 GHz aktiv. In Zukunft könnten weitere Frequenzen im 2-GHz-Band aber durchaus interessant für sie werden. Nämlich dann, wenn sich der Frequenzbedarf für PMSE – für „Programmproduktion und Sonderveranstaltungen“ – in Frequenzen unter 2GHz nicht vollständig befriedigen lässt. Zudem sollte die Bundesnetzagentur im Zusammenhang mit der Frequenzvergabe für 5G vorausschauend bereits heute Schutzauflagen für PMSE prüfen.

Alternative Nutzer vollwertig einbeziehen

Damit auch die Bedarfe weiterer Anwender außerhalb des Mobilfunks Berücksichtigung finden, schlägt „SOS – Save Our Spectrum“ vor, zunächst eine neue Kategorie „alternative Nutzer“ einzuführen. Darunter könnten neben PMSE auch weitere Interessenten am Spektrum gruppiert werden, wie etwa Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Da zum Frequenzbedarf drahtloser Produktionsmittel derzeit keine aktuellen wissenschaftlichen Studien vorliegen, sollte die Bundesnetzagentur im nächsten Schritt den Sachverhalt klären und eine solche Untersuchung in Auftrag geben.

Denn nicht nur der Ausbau des Breitbandnetzes hat für Deutschland eine enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung, sondern auch eine funktionierende Kultur- und Kreativwirtschaft. Diese ist auf den Einsatz der PMSE-Technologie angewiesen.

 

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