Die Schauspielerin Olivia Klemke im Interview

„Für uns Schauspieler ist es einfacher mit einem drahtlosen Mikrofon“

Die Kölnerin Olivia Klemke ist Schauspielerin. Sie war jahrelang in einer Hauptrolle in der RTL-Soap „Unter uns“ zu sehen. Dort spielte sie die Rolle von Franziska Gellert. Weitere Rollen besetzte sie unter anderem im „Polizeiruf 110“ und in Kindersendungen im Kinderkanal (Kika). Die gebürtige Berlinerin hat auch Einsätze an Theatern, als Schauspielcoach und als Simulationspatientin in der Medizinerausbildung.

Im Interview mit der Initiative “SOS – Save Our Spectrum” erzählt Klemke, dass sie demnächst in einem neuen Comedyformat im Fernsehen zu sehen sein wird. Details kann sie aber noch nicht verraten.

Olivia Klemke, Schauspielerin
Foto: Till Brühne

Wieso sind Sie Schauspielerin geworden?

Ich bin schon als Kind am allerliebsten in verschiedene Rollen geschlüpft und habe meiner Familie und in der Schule gerne was vorgeführt. Ich merke das jetzt bei meinem kleinen Sohn, dass die Schauspielfreude irgendwie drinsteckt, ich erkenne mich total in ihm wieder. Dann habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Das Schöne am Schauspiel ist, das man ein Stück Kind bleiben darf, dass einfach nur gerne spielt.

Bevorzugen Sie das Fernsehen oder das Theater?

Ich habe jahrelang Theater gespielt, bis ich aus Zufall zum Fernsehen gekommen bin. Auch wenn mir das Theaterspielen großen Spaß macht, die Arbeit vor der Kamera reizt mich mehr. Ich kann viel mehr die kleinen Gefühle zeigen, bestimmte Blicke, die der Zuschauer auf der Theaterbühne gar nicht sehen würde.

Sprechen Sie im Theater in Mikrofone? Falls ja, sind es drahtlose Mikrofone? Wie verändert sich ein Auftritt in Film / Theater, wenn man drahtlose Mikrofone einsetzt oder nicht?

Ich habe während des Studiums ein Musical-Theaterstück mit Mikro gespielt. Das war drahtlos und ich bin mir sicher, dass das Publikum bemerkte, dass unsere Stimmen verstärkt wurden. Für uns Schauspieler ist es einfacher mit Mikro, da wir auch leise sprechen können und die letzte Reihe trotzdem alles versteht. Ansonsten habe ich kein einziges Theaterstück mit Mikro gespielt. Die besondere stimmliche Herausforderung des Schauspielers im Theater ist ja die kräftige intensive Stimme. Versuchen Sie mal laut zu flüstern, so dass ein großer Saal alles verstehen kann. Ich verstehe aber, dass in vielen Theatern das Mikrofon eingesetzt wird.

Am Fernsehset: Wird der Ton geangelt oder gibt es drahtlose Produktionsmittel oder wird nachsynchronisiert?

Alle drei Mittel werden eingesetzt. Hauptsächlich wird geangelt, wenn dies nicht möglich ist, etwa durch die Einstellung des Bildes, werden wir Schauspieler drahtlos verkabelt. Da muss man dann immer aufpassen, was man so zwischendurch erzählt und dem Ton Bescheid geben, wenn man auf die Toilette geht… Ich vergesse das Mikro immer schnell und spreche privat mit sehr vielen Leuten… (lacht) Nachsynchronisiert wird auch hin und wieder, besonders wenn der geangelte Ton qualitativ nicht ausreicht.

Was sind Ihre nächsten Rollen?

Ich werde demnächst in einem neuen Comedyformat im Fernsehen zu sehen sein. Und weiterhin schlüpfe ich in viele verschiedene Rollen als Simulationspatientin an der Universitätsklinik Bonn.

Was geben Sie jungen Leuten für einen Rat, die ins Schauspielbusiness wollen?

Ihr müsst es lieben. Ihr braucht oft einen langen Atem. Wenn man als Schauspieler Arbeit hat, ist es der schönste Beruf. Aber es gibt leider bei jedem auch lange Phasen ohne Arbeit. Also mein Rat: Auf jeden Fall ein zweites Standbein. Ich habe neben der Schauspielerei Medienwissenschaften studiert und arbeite als Schauspielcoach. Wenn man abhängig davon ist, Rollen zu bekommen, kann es ganz schön schwierig werden.

(Das Interview wurde am 13. April 2018 geführt.)

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