Treffen der „Wider Spectrum Group“ mit EU-Kommissar Andrus Ansip

Europäische Kreativwirtschaft fordert langfristigen Schutz ihrer Frequenzen

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EU-Kommissar Andrus Ansip beim GSMA Mobile World Congress 2016. Foto: Daniel Gramage, © European Union, 2016.

Die „Wider Spectrum Group“ (WSG), eine internationale Organisation zur Vertretung der Interessen der Kultur- und Kreativwirtschaft und ihrer Konsumenten, ist in Brüssel mit Andrus Ansip zusammengetroffen, dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission und Kommissar für den digitalen Binnenmarkt. Dabei forderte die WSG den Kommissar eindringlich dazu auf, der europäischen Kultur- und Kreativwirtschaft keine weiteren Funkfrequenzen zu entziehen, die für professionelle drahtlose Produktionen dringend benötigt werden. Hintergrund ist ein aktueller Vorschlag der EU-Kommission, nachdem es interessierten Mitgliedsländern erlaubt sein soll, auch den UHF-Frequenzbereich unterhalb von 700 MHz für bestimmte Mobilfunknutzungen freizugeben. Damit würde nach den Verlusten durch die „Digitale Dividende 2“ zusätzlich das für drahtlose Produktionsmittel wichtigste verbleibende Funkspektrum für den Mobilfunk geöffnet. Bei einer Umsetzung könnten für den Kreativsektor in der EU weitere wertvolle Frequenzen verloren gehen.

Keine Nutzungsänderung vor 2030

Im Anschluss an das Gespräch bezeichnete die WSG die vorgeschlagene EU-Gesetzgebung in einer offiziellen Verlautbarung als „nicht akzeptabel“. Bei der Einführung des digitalen Binnenmarktes müsse der Kultur ein höherer Stellenwert eingeräumt werden als bisher, da die Kreativindustrie eine der zentralen Triebkräfte der digitalen Wirtschaft sei. Insbesondere forderten die WSG-Repräsentanten, die fortgesetzte Nutzung der Frequenzen 470 – 694 MHz durch Rundfunk und drahtlose Mikrofone mindestens bis zum Jahr 2030 zu garantieren. Dabei verwiesen sie auf den so genannten Lamy-Report, der 2014 im Auftrag der EU-Kommission erstellt worden war und eine entsprechende Regelung vorsieht.

Funkspektrum als essentielle Ressource

Alan March

Alan March, Vizepräsident der APWPT und Vertreter der „Wider Spectrum Group“. Foto: © Forum Europe Ltd.

APWPT[1]-Vizepräsident Alan March betonte als Vertreter der WSG in einer Pressemitteilung, die Kultur- und Kreativwirtschaft sei auf das verbliebene UHF-Band dringend angewiesen. Die Produktion von audiovisuellen Inhalten und die damit verbundenen Arbeitsplätze in der europäischen Union dürften keinesfalls gefährdet werden. In der Delegation der „Wider Spectrum Group“ waren Gewerkschaften der Medien- und Unterhaltungsbranche, Produzenten, darstellende Künste, Fernseh- und Radioanstalten, Rundfunknetzbetreiber und Veranstaltungstechniker vertreten. Mitglied in der WSG sind unter anderem die Europäische Rundfunkunion EBU und der europäische Interessenverband der Privatradios, die Association of European Radios (AER).

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Externe Links:

Fußnoten:

[1] APWPT: Association of Professional Wireless Production Technologies, Berufsverband für professionelle drahtlose Produktionstechnologie. Die APWPT ist Mitglied in der WSG.

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