Aus für den DFB-Pokal?

Dortmund Totenkopf

BVB-Fans auf der Südtribüne des Signal Iduna Parks. Foto: Anette Damm

Am Samstag, den 30. Mai 2015 ist es wieder soweit: Im Berliner Olympiastadion geht es zwischen Borussia Dortmund und dem VFL Wolfsburg um den DFB-Vereinspokal. Der BVB ist schon Stammgast in Berlin, für die Wolfsburger ist es erst die zweite Finalteilnahme ihrer Vereinsgeschichte. Seit 20 Jahren warten sie auf die Chance – nach dem verpassten Sieg 1995 – die Trophäe endlich mit nach Hause zu nehmen. Vielleicht ihre letzte Chance mit großem Publikum, denn die folgenden Final-Austragungen könnten, was Qualität und Reichweite der Übertragung angeht, schwierig werden.

Auch dieses Mal werden wieder, neben den gut 70.000 Fans im Olympiastadion, Millionen vor dem Fernseher oder Radio mitfiebern und ihrem Favoriten die Daumen drücken. Um nicht nur den Besuchern vor Ort, sondern auch den Interessierten zu Hause eine störungsfreie Live-Übertragung in bester Qualität zu garantieren, benötigen die Journalisten von Funk und Fernsehen genügend freies Spektrum für ihre drahtlosen Produktionsmittel. Wieviel Funkspektrum für Mikrofon- und Kameraübertragung notwendig ist, haben wir bereits beim DFB-Pokalspiel 2014 dokumentiert. Nach der Versteigerung der „Digitalen Dividende 2“ am 27. Mai 2015 wird es zukünftig wohl nicht mehr für die gewohnte Übertagungsqualität reichen. Die Techniker der DKE (Deutsche Kommission für Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnologie) sind vor Ort und messen den tatsächlichen Frequenzbedarf. Bei ihren Messungen beim letzten Pokalfinale 2014 waren insgesamt 250 drahtlose Verbindungen für die Berichterstattung im Einsatz.

DFB-Pokal_Spektrumsmessung 2012

Spektrumsmessung am Berliner Olympiastadion, hier ein Bild aus dem Jahr 2012. Am offenen Kofferraum des Wagens in der Mitte sind zwei Antennen aufgestellt und mit dem Messequipment im Auto verbunden.

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Spektrumsmessung Kofferraum_web

Blick in den Kofferraum mit Messequipment.

Wer keines der begehrten Tickets fürs Stadion ergattert oder eine lange Anreise scheut, hat zukünftig Pech. Die Versteigerung von bisher für die Beitragsproduktion genutzten Frequenzen an den Mobilfunk schränkt das verfügbare Funkspektrum für die in- und ausländischen Reporter vor Ort massiv ein. Es wird nicht mehr genug Kapazitäten für alle geben, sprich nur noch ausgewählte Teams werden live berichten können. Bisher wurde von der leitenden Behörde, der Bundesnetzagentur, kein brauchbares Ersatzspektrum in Aussicht gestellt. Die Zuschauer vor den Fernseh- und Radiogeräten haben das Nachsehen. Statt „live aus dem Stadion“ heißt es dann: synchron mitlesen am Ticker.

Für drahtlose Mikrofone und Kameraübertragung, aber auch für die „Knöpfe im Ohr“ der Reporter, das so genannte In-Ear-Monitoring, sind ausreichend Funkfrequenzen unerlässlich. Wie es sich in diesem Jahr gestaltet, werden die Messungen vor Ort zeigen. Wir werden weiter berichten und Ihnen hier in Kürze einen detaillierten Bericht zur Auslastung der Funkfrequenzen liefern.

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